Inhalte und Ablauf

Studienablauf

Das Theologische Studienjahr ist ein zweisemestriges Intensivstudienprogramm, das, unterbrochen von den Weihnachtsferien, jährlich für acht Monate von August bis Ostern des Folgejahres auf dem Zionsberg in Jerusalem stattfindet. Es ist als ökumenisches Programm konzipiert, das gleichermaßen für Studentinnen der evangelischen wie katholischen Theologie offen ist.

Ort des Lebens und Lernens ist das Beit Josef in unmittelbarer Nähe der deutschen Benediktinerabtei Dormitio auf dem Berg Zion am Rande der Jerusalemer Altstadt.

Das reguläre Vorlesungs- und Seminarprogramm wird in mehrwöchigen Blockveranstaltungen durchgeführt. Neben den regulären Vorlesungen sind vier mehrtätige Exkursionen sowie wöchentliche Tagesexkursionen in das Studienprogramm integriert.

Zusätzliche Gastvorlesungen einheimischer Referentinnen und Referenten befassen sich mit der Geschichte, der Kultur und den Religionen, sowie mit Politik und Zeitgeschehen in Israel, Palästina und dem ganzen Nahen Osten.
Die Unterrichtssprachen sind Deutsch und Englisch.

Das Vorlesungs- und Seminarprogramm zum Studienjahr und eine Themenübersicht vergangener Studienjahre findest du hier.

Studieninhalte

Das als ökumenisches Studienprogramm konzipierte Studienjahr trägt inhaltlich den Besonderheiten sowohl der evangelischen wie auch der katholischen Theologie Rechnung. Das Studienprogramm besteht aus einer Mischung verschiedener Veranstaltungstypen aus allen Fachrichtungen der Theologie. Der inhaltliche Fokus liegt einerseits auf ökumenischen und interreligiösen Fragestellungen und andererseits der Verbindung von Bibelwissenschaft, Landeskunde und Archäologie.  Mit Ostkirchenkunde, Islamwissenschaft und Judaistik stehen zudem Fächer auf dem Stundenplan, für die der normale Studienalltag kaum Räume bietet. Sie reflektieren das religiöse Leben und die alltägliche Erfahrung derjenigen, die in Jerusalem leben und vertiefen so das Verständnis für diesen religiösen Hotspot und seine Bewohner. 


Die Studienjahre stehen jeweils unter einem wechselnden Jahresthema, das die aktuelle theologische Diskussion wie die Situation des Landes zu berücksichtigen sucht. Das Jahresthema hilft, die zahlreichen unterschiedlichen Lernerfahrungen zu bündeln und zu verknüpfen. Aus dem Mosaik der einzelnen Fächer und Veranstaltungen ergibt sich so ein ebenso komplexes wie faszinierendes Gesamtbild.

Das Studienjahr hat keinen festen Lehrkörper. Jedes Jahr sind andere Dozierende aus dem gesamten deutschsprachigen Raum zu Gast, die Veranstaltungen zu ihren Spezialthemen anbieten. Sie verbringen mehrere Wochen im Studienhaus und bilden mit den Studierenden eine Lern- und Lebensgemeinschaft, die nicht selten weit über die konkrete Unterrichtssituation im Studiensaal hinausreicht. Über Gott, Welt, Bibel und alte Steine lässt sich auch mit Müesli am Frühstückstich oder mit Bier auf der Dachterrasse debattieren. Abgerundet wird das Lehrpersonal von renommierten Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der Hochschulen in Israel und Palästina. 

Vorlesungen und Seminare

Bei den regulären Vorlesungen und Seminaren finden die Bibelwissenschaften des Alten und Neuen Testamentes besondere Berücksichtigung. Einen weiteren Schwerpunkt bilden ökumenische Theologie, Ostkirchenkunde, Judentum und Islam. Darüber hinaus werden systematische Theologie, Liturgiewissenschaften und Kirchengeschichte angeboten. Die Gastprofessorinnen kommen sowohl aus der evangelischen wie auch aus der katholischen Theologie, zusätzlich werden die Studenten von Rabbinern, Archäologen, islamischen Theologen u.a. unterrichtet. 


Wissenschaftliche Exkursionen

„Von Dan bis Beerscheba“ – die wissenschaftlichen Exkursionen sollen dazu beitragen, Israel und Palästina nicht nur im Vorlesungssaal, sondern auch vor Ort kennenzulernen. Dazu werden archäologisch und politisch bedeutsame Stätten besucht. Die wissenschaftlichen Exkursionen werden durch Vorlesungen zur biblischen Archäologie, Topographie, historisch-geographischen Palästinakunde und politischen Zeitgeschichte vorbereitet und begleitet. Die Studierenden beteiligen sich daran aktiv durch Übernahme von Referaten und Führungen.


Neben den wöchentlichen Tagesexkursionen stehen zudem vier größere Exkursionen auf dem Programm, die einen wichtigen Part für die Lebensgemeinschaft des Studienjahrs bilden:


Zu Beginn eines jeden Studienjahrs wird in biblischer und altkirchlicher Tradition das Umfeld "Wüste" erkundet, um für 9 Tage durch den Süden des Landes zu wandern.

Während der zweiwöchigen Galiläa-Exkursion ziehen die Studentinnen dann in das Benediktinerpriorat am See Genezareth. Von Tabgha aus werden viele der archäologischen Orte in Galiläa besucht.

Im zweiten Semester geht es erneut nach Galiläa: Diesmal zusammen mit Studierenden der Islamischen Theologie, um vor Ort die gemeinsame Geschichte des Mittelalters zu erkunden.

Den Abschluss bildet die einwöchige Jordanien-Exkursion, welche die Archäologie des Heiligen Landes östlich des Jordan im Blick hat. 


Alle Exkursionen werden immer auch an die politische Lage vor Ort angepasst und können so von Jahr zu Jahr variieren oder spontan verändert werden.
 


Gastvorträge und Studientage

Zusätzlich zum Vorlesungsprogramm bietet das Studienjahr verschiedene Gastvorträge und Studientage. Die Gastvorträge weiten einmal mehr das klassische Theologiestudium, indem hier Vertreter aus Geschichte, Kultur, Religion sowie Politik und Zeitgeschehen in Israel und Palästina sowie im gesamten Nahen Osten eingeladen werden.
Auch Studientage zu unterschiedlichen Themengebieten bereichern den Alltag: Integriert in das jährliche Programm werden beispielsweise ein gemeinsamer Tag mit dem Journalisten und Korrespondenten Gil Yaron, ein Besuch in der deutschen Botschaft in Tel Aviv und ein von den Studierenden selbstorganisierter Thementag Ökumene. 


Muslimisch-christliche Werkwochen

Eine besondere Form des Austausches zwischen den Religionen stellen die muslimisch-christlichen Werkwochen dar. Für vier Wochen kommen deutschsprachige Studenten der islamischen Theologie nach Jerusalem und bereichern die Lern- und Wohngemeinschaft im Beit Josef. 
Das Studienprogramm ist während der Werkwochen um ein beide Religionen betreffendes Thema konzipiert, das aus der Sicht von Islam und Christentum bearbeitet wird. Neben den wissenschaftlichen Seminarinhalten bieten die Werkwochen vor allem auch die Gelegenheit, tiefer in den Alltag der jeweils anderen Religion einzutauchen, wozu vor allem auch das Kennenlernen verschiedener Glaubens- und Gebetspraktiken gehören. Auch die gemeinsame Exkursion nach Galiläa ist zentraler Bestandteil der Werkwochen. Hier geht es zur aktuellen Ausschreibung.