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Gemütliche, besinnliche, tanzende Runden

Nikolaus, Weihnachten und Silvester im Beit Josef


Wie feiern 21 Theologiestudierende in der Weihnachtszeit? Man bedenke, dass sie sich im Heiligen Land befinden, in unmittelbarer Nachbarschaft zu einer Abtei, und – gerade weil sie Theologie studieren – genau wissen, worum es hier eigentlich geht. Stellen sie einen Weihnachtsbaum auf? Stellen sie Stiefel vor die Tür? Werden Plätzchen gebacken, Adventskränze angezündet, Weihnachtslieder in abendlicher Gemeinschaft gesungen, sich zu Andachten versammelt? Ja! Lässt man Raketen steigen? Nein. Aber dazu später.

Nikolausabend mit den Mönchen


Gerade in der Adventszeit kann man ihn gut gebrauchen, den geistlichen Beistand. Den haben die Mönche der Dormitio ihren lieben Studenten auch nicht verwehrt und sich am Nikolausabend zu ihnen gesellt. Wie es sein sollte, tauchte der gute Nikolaus mit einem Engelchen und einem Sack Geschenke auf – und einem Buch, in dem jede verwerfliche Tat niedergeschrieben war. Da das Studienjahr natürlich immer brav gewesen ist, wurde es verschont. Mönche und Studienleitung nicht unbedingt.

Aber dies trübte die ausgelassene Stimmung keineswegs. Es wurde sich „adventlich“ unterhalten, fröhlich getanzt, musiziert und gelacht. Einen großen Dank kann man allen aussprechen, die diesen rundum gelungenen Abend möglich gemacht haben – man denke nur an das tolle Buffet! – und auch an die Mönche der Abtei, die gastfreundlich, nahbar und, warum es nicht erwähnen, höchst unterhaltsam sind.

Der Nikolaus war an diesem Abend übrigens nicht zum ersten Mal im Beit Josef gewesen. Schon morgens, wenn man aus der Tür blickte, sah man gefüllte Stiefel.

Heilig Abend in privatem Rahmen

Mit wenigen Gästen feierte das Studienjahr ganz besinnlich Weihnachten. Es begann mit einer Vesper in der Abtei, dann folgte kein überladenes, aber ausgezeichnetes Mahl (ungefähr so ausgezeichnet wie Lachs im Blätterteig auch klingt), bis man schließlich das Krippenspiel begann. Es war ein ganz besonderes Krippenspiel, bei dem die Protagonisten erst wenige Augenblicke vor ihrem Auftritt von ihrem erwarteten Mitwirken erfuhren. Überflüssig zu sagen, dass dieses improvisierte (und von der Autorin doch wohlgeplante), mit passenden Bibelabschnitten durchsetzte Stück – was wohl? – ausgezeichnet war.

Bevor wir zur Bescherung kommen, muss man Folgendes wissen: Das Studienjahr hatte gewichtelt. Jeder hatte einen Namen gezogen und seinem … Wicht? … in mehr oder minder regelmäßigen Abständen eine kleine Freude gemacht. Aufgelöst wurde diese Wichtelei nun bei der Bescherung; der von Geschenken umstellte Weihnachtsbaum konnte sich sehen lassen.

Leider löste sich bald darauf die Runde auf, weil man pünktlich in die Kirche gehen musste. Auch wenn die Christen hier im Heiligen Land in der Minderheit sein sollten, so waren die Weihnachtsgottesdienste doch sehr beliebt. Der Gottesdienst in der Dormitio beispielsweise kann sich über mangelndes Interesse nicht beklagen. Ein kleiner Chor hatte sich formiert und drei Lieder einstudiert. Ein Organist und ein Querflötenspieler aus dem Studienjahr machte die Runde komplett. Die weihnachtlich geschmückte Kirche – von außen wie von innen – lud trotz manch ungewöhnlicher Beobachtungen zu einem besinnlichen Weihnachtsgottesdienst ein, an den sich nach drei Stunden ein großartiges Vorhaben anschloss: Die Wanderung nach Bethlehem.

Mitten in der Nacht machten sich das Studienjahr und einige andere Gottesdienstbesucher auf den zehn Kilometer langen Weg nach Bethlehem, der Geburtststadt Jesu. Je näher man dieser kam, desto mehr konnte man auch auf offener Straße erkennen, dass Weihnachten war. Gegen fünf Uhr saßen alle in einer kleinen Grotte unter der Geburtskirche zusammen zum Morgengebet. Manche beteten für Gerechtigkeit, andere schliefen den Schlaf der Gerechten.

Mit Bus und Taxi – für manche sogar zu Fuß – ging es  nach Jerusalem zurück. Für viele war das weihnachtliche Programm hier noch nicht beendet: Manche gingen in das Hochamt am Vormittag, andere mussten den Saal wieder herrichten für das weihnachtliche mittägliche Mahl. Und weil es am Nikolausabend so schön gewesen war, saß man zu dieser Mahlzeit auch diesmal mit den Mönchen zusammen.

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Silvesterball

Die Idee, zu Silvester einen Ball auszurichten, war am Abend des Balls im Österreichischen Hospiz entstanden. So gern manche auch Walzer und Cha-Cha-Cha tanzen wollten, sie hatten es nie gelernt. So hatten zwei engagierte Studenten einen Tanzkurs ermöglicht und wöchentlich den Kommilitonen, die gerne wollten, Standardtänze beigebracht. Dies sollte sich am Silvesterball bezahlt machen.
Viele Gäste tummelten sich, denn viele Studenten hatten Familien oder Freunde zu Besuch bekommen. Verköstigt wurden zuerst alle im Speisesaal. Nach einer tanzlichen Darbietung seitens der „Tanzlehrer“ war jeder aufgefordert, mitzutanzen, als durcheinander Lieder für Walzer, Rumba, Cha-Cha-Cha und Quickstep schlich und vielleicht schlich sich zwischendurch auch einmal ein Samba ein.

Ganz traditionell, denn wer wollte es schon missen, wurde kurz vor Mitternacht „Dinner for one“ geschaut; kurzes Entsetzen machte sich breit, als bekannt wurde, dass es für manche zum ersten Mal geschah. Dann wurden schnell die Gläser gefüllt und man schaute gebannt auf die Uhr, um nach israelischer Zeit ins neue Jahr zu starten.
Raketen konnte man leider nicht steigen lassen. Dies lag nicht einfach nur an dem Regen, der pünktlich an diesem Abend niederprasselte, sondern daran, dass Feuerwerkskörper in Israel für den Moment verboten sind. Dafür gaben sich alle Feiernden Mühe, den verpassten Lärmpegel zu ersetzen.

Spät, spät, spät endete die Silvesterfeier und viele waren froh, dass sie am nächsten Tag würden ausschlafen können. So endete die gemütliche, besinnliche Weihnachtszeit, in der auch immer wieder fröhlich getanzt worden ist.Ein Riesen-Dank an alle, die das ermöglicht haben!