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NACHRUF für Prof. Dr. Hans Jorissen (1924-2011), Dekan des 11. Theologischen Studienjahres 1983/1984

Am 29. Oktober 2011  verstarb Prof. Dr. Hans Jorissen (1924-2011), emeritierter Professor für Dogmatik an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Er war Dekan des 11. Theologischen Studienjahres 1983/1984, mit dem er sein Leben lang verbunden blieb. „Sein“ Studienjahr erinnert sich an ihn als eine große und  sehr menschliche Persönlichkeit, die uns in Jerusalem und darüber hinaus geprägt hat:


„Für mich war Hans ein überzeugender Theologe und zugleich ein persönlicher Begleiter, auf dessen Zuverlässigkeit und gleichbleibende Freundlichkeit sowie ein persönliches Interesse man sich immer verlassen konnte. Die jahrzehntelange Treue, die er uns gehalten hat, war wirklich außergewöhnlich. Es war schon ein großes Glück, gerade mit ihm in Jerusalem zusammen zu treffen.“
Marita und Hubert Seegers

„Hans gehört für mich und meine Familie zu den ganz wichtigen Menschen. Mir sind im Herzen und ihm Ohr seine Worte zum 1. Johannesbrief in der Vesper beim Studienjahrstreffen in der Nähe von Marburg, 2010. Hans kann ich den Satz glauben, dass Gott die Liebe ist.“
Marlies Berg
 

„Wie traurig ist das – aber wie dankbar dürfen wir auch sein, diesen wunderbaren Menschen gehabt zu haben nicht nur vor vielen Jahren als unseren Studiendekan, sensiblen Begleiter unserer damaligen Fragen und überhaupt unseres ganzen Lebens im Land, sondern auch in den vielen Jahren seither: Wie intensiv hat er Anteil genommen und wie freundlich unsere Wege begleitet! Es ist schon ganz einmalig, wie sehr er sich auf uns alle eingelassen hat, auf jeden und jede recht verschieden, aber doch so intensiv auf alle.“
Christoph und Eva Markschies

„Er hat es geschafft und ist am Ziel angekommen. Er war eine ganz grosse, sehr menschliche Persönlichkeit, die man nicht so leicht vergisst. Gott allein kann sein verdienter Lohn sein und die grosse Überraschung.“
Josef Eugster, Taiwan

„Es war gut, dass wir Hans beim Studienjahrstreffen am 1. Oktober 2011 besucht haben. Ich habe einen Kranken erlebt, der vergnügt in seinem Bett lag. Das war kein bitterer alter Mann, sondern ein Mensch, der vor Enthusiasmus für seine Idee von der Kirche sprühte. So will ich ihn in Erinnerung behalten.“
Johannes Schweikle

„Hans wie wir ihn kennen und immer in Erinnerung behalten werden - auch mit der Verschmitztheit …“
Hermann Kranzl

„Hans hat durch seine liebevolle, freundschaftliche und väterliche Art sehr dazu beigetragen, dass unser Studienjahr in Jerusalem eine der schönsten Zeiten meines Lebens geworden ist. Ich habe durch ihn sehr viel gelernt. Besonders habe ich durch ihn die leibliche Dimension des Evangeliums verstehen können.“
Johannes Gerhardt

"Hans war für mich ein väterlicher Freund über lange Jahre, den ich vermissen werde. Seine tiefe und sympathische Menschlichkeit bei einem starken Engagement habe ich immer stark empfunden."
Siegfried Weichlein

„Seine Weite im Denken und im Herzen und doch gleichzeitig unverkrampft das voranzutreiben, was ihm wichtig war, habe ich sehr bewundert. Er ist mir darin  wirklich zum Vorbild geworden.“
Petra Klass

„Meine Verbundenheit mit Hans … spüre ich voller Dankbarkeit und Bewunderung, mit Tränen und mit dem verschmitzten Lächeln, das man in seiner Gegenwart hatte... In gewisser Weise sind wir doch seine Kinder gewesen, oder?“
Elisabeth Feldtkeller

„Diejenigen aus unserem Studienjahr, die letztes Jahr über Silvester mit Hans in Tabgha zusammen waren, werden diese Tage jetzt noch einmal neu sehen. Sie waren sehr schön, sehr lebendig, und Hans hat richtig froh und zufrieden „Abschied genommen“. Und den letzte Jahreswechsel seines Lebens erlebte er mit „seinen Kindern“, wie Elisabeth schreibt, und an dem Ort, der ihm so wichtig war: am See. Und wir alle haben Hans alle noch einmal sehr bewusst erlebt. Bei der Eröffnung des Laurentius-Klein-Lehrstuhls am 4. Februar 2010 hat er abends bei der Feier im Josefshaus eine kleine aber entschiedene Rede zur Ökumene gehalten, die manche sehr zum Nachdenken brachte, manche auch provoziert hat. So ein weiter Denker irritiert auch.“
Margareta Gruber

Rüdiger Hagens konnte am Grab folgende Worte sagen:

Lieber Hans,

von August 1983 bis Ostern 1984 waren wir, 25 Studentinnen und Studenten, evangelisch und katholisch, mit Dir als Studiendekan im Theologischen Studienjahr an der Dormition Abbey in Jerusalem. …

In den fast 30 Jahren danach warst du uns Lehrer. Belesen und kompetent. Inspiriert durch die Theologie der Konzilszeit. Engagiert und mit Herzblut dabei vor allem in Fragen der Ökumene. Da geht noch mehr, da sind noch mehr Gemeinsamkeiten möglich, auch und gerade im Hinblick auf die katholische Tradition – so war Dein Credo. Manchmal etwas ausschweifend und langatmig, doch nie langweilig – nicht wahr?
Aber Du warst uns nicht nur Lehrer. Du warst uns auch ein väterlicher Freund. Ich glaube, so ein bisschen waren wir deine Kinder, gehörten zu deiner Familie mit hinzu. Du warst fast immer bei unseren jährlichen Treffen dabei. Du hast mitgefeiert, wenn es etwas zu feiern gab: Hochzeiten, Priesterweihen, Geburtstage. Du hast manche von uns selbst verheiratet. Du hast persönliche Gespräche geführt, Briefe geschrieben, Rat gegeben, Trost gespendet, immer wertschätzend begleitet und ermutigt.

Lieber Hans, dafür: Danke. Vielen Dank. Herzlichen Dank. Und mögest Du nun das erfahren, was wir in dem schönen Lied singen: In deinen Toren werd' ich stehen, du freie Stadt Jerusalem. In deinen Toren kann ich atmen, erwacht mein Lied.

Am 2. April 2011 hielt Prof. Dr. Hans Jorissen in Wien die Festrede bei der Preisverleihung der Herbert Haag Stiftung - Unter dem Titel „Die Wahrheit siegt“ würdigte er die Persönlichkeit und das geistige Erbe des tschechischen Untergrundbischofs Felix María Davídek. Der Text der Rede ist hier zu finden. Von dieser Rede gibt es hier auch ein Video / einen Webcast.

1.10.2011; Studienjahrestreffen des Studienjahres 1983/84 in Bonn